Hundehaltung

Wenn Hunde knurren: Bedeutung in der Hundesprache

In der Hundesprache ist das Knurren nie als persönlicher Affront gegen den Halter gemeint, sondern eine Abwehrreaktion. Ein Hund, der knurrt, ist nicht respektlos oder bösartig, sondern befindet sich in einer für ihn unangenehmen Situation. Welche das sein könnte und wie Sie sich dann am besten verhalten, erfahren Sie hier.
"Komm mir bloß nicht zu nahe", scheint dieser knurrende Hund zu denken – Shutterstock / Tomasz Wrzesien
"Komm mir bloß nicht zu nahe", scheint dieser knurrende Hund zu denken – Shutterstock / Tomasz Wrzesien

Wichtig ist, dass Sie Ihren Hund nie für das Knurren bestrafen, sondern sich auf Ursachenforschung begeben und die Hundesprache richtig verstehen. Ansonsten lernt Ihr Hund zwar, das Knurren einzustellen, dafür wählt er in Situationen, die für ihn unangenehm, schmerzhaft oder bedrohlich sind, andere Verhaltensweisen, um sich abzugrenzen – und schnappt dann schlimmstenfalls ohne Vorwarnung zu.

Warum Hunde knurren: Angst und Schmerzen

Das Knurren bedeutet in der Hundesprache immer, dass etwas nicht stimmt. Zum Beispiel hat Ihr Hund womöglich Schmerzen, weil er sich beim Spaziergang verletzt hat oder krank ist. Wenn Sie dann der schmerzenden Körperstelle zu nahe kommen, knurrt er Sie an, um Sie davon abzuhalten. Möglich ist auch, dass ein knurrender Hund Angst hat und sich bedroht fühlt. Dies kann situationsbedingt sein, es kann aber auch eine Angststörung dahinterstecken, wenn Hunde oft scheinbar grundlos knurren.

Hunde knurren durch Erziehungsfehler

Fehler bei der Hundeerziehung können ebenfalls dazu führen, dass Ihr Hund Sie anknurrt und Ihnen in Hundesprache mitteilen möchte, dass ihm etwas nicht gefällt. Zum Beispiel, wenn Ihr Vierbeiner nicht gelernt hat, Frustrationen auszuhalten. Dann kann es sein, dass er knurrt, sobald seine Bedürfnisse wie Fressen, Spielen, nach draußen gehen oder Aufmerksamkeit bekommen nicht umgehend erfüllt werden. Auch das Gegenteil kann dazu führen, dass Hunde knurren. Eine zu strenge Erziehung mit harten Strafen mag zwar die Frustrationstoleranz erhöhen, doch steigert sie auch die Frustration, sodass Ihr Hund das Vertrauen zu Ihnen verliert und glaubt, sich ständig vor Ihnen in Acht nehmen zu müssen.

Auch Schikanen, die darauf abzielen, als Mensch dem Hund gegenüber ein Dominanzverhalten zu zeigen und sich als Rudelführer aufzuführen, frustrieren die Tiere ungemein, verunsichern sie und können ihnen das Gefühl geben, ständig ihre Ressourcen verteidigen zu müssen. So ist es keine gute Idee, dem Hund ohne Vorwarnung den Napf wegzunehmen, ihn beim Schlafen zu stören oder ihn immer erst als Letzten durch die Tür gehen zu lassen. Hunde brauchen eine konsequente, aber verständnisvolle und faire Erziehung, keinen Drill.

Hundesprache verstehen und Knurren deuten

Meistens knurren Hunde erst dann, wenn sie bereits auf subtilere Art und Weise versucht haben, Menschen oder andere Tiere auf Abstand zu halten. Wenn Sie die Beschwichtigungssignale Ihres Hundes nicht bemerkt haben, kann es sein, dass er Sie anknurrt und Sie damit warnt, keinesfalls näher zu kommen. Diese Warnung sollten Sie auf jeden Fall ernst nehmen, denn führt das Knurren nicht dazu, dass Sie oder der angeknurrte Artgenosse auf Abstand gehen, meint Ihr Hund, deutlicher werden zu müssen. Das bedeutet, er schnappt nach dem vermeintlichen Aggressor oder beißt zu.

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