Hundeerziehung

Hund jault ständig: Ist er krank?

Wenn ein Hund jault, und das ständig, ist das für den Halter auf Dauer zermürbend. Das Winseln ist in der Regel ein Ausdruck dafür, dass dem Vierbeiner etwas fehlt – entweder seelisch oder körperlich in Form von Schmerzen. Wenn Sie die Ursachen kennen, lässt sich meist eine Lösung finden.
Was möchte der Hund mitteilen, wenn er jault? – Shutterstock / Mikkel Bigandt
Was möchte der Hund mitteilen, wenn er jault? – Shutterstock / Mikkel Bigandt

Wenn Ihr Hund ohne ersichtlichen Grund jault, sind die Ursachen für dieses Verhalten meist harmloser Natur. Um dies aber genau zu ergründen, gilt es, Ihren Vierbeiner zunächst einmal zu beobachten: In welchen Situationen neigt Ihre Fellnase eigentlich zum Winseln?

Jaulen wegen läufiger Hündin

Wenn Ihr Rüde beispielsweise kerngesund und topfit erscheint, aber beim Spaziergang plötzlich das Winseln anstimmt, kann eine läufige Hündin dahinterstecken. Der Geruch verdreht Ihrem Liebling den Kopf und ihm ist im wahrsten Sinne des Wortes zum Heulen zumute. Er braucht nach dem Gassigehen einen Moment, bis er sich wieder beruhigt hat.

Territorialheulen als Ursache

Ist Ihnen schon einmal in einer Gruppe von Hunden aufgefallen, dass sobald ein Vierbeiner mit dem Jaulen anfängt, die anderen sich schnell anschließen? Das liegt daran, dass Hunde Rudeltiere sind. Sie machen beim Winseln automatisch mit, um zur Gruppe dazuzugehören, und gleichzeitig auch, um ihre Macht zu signalisieren.

Jaulen bei Sirenen und Co.

Nicht nur bei Artgenossen wirkt Heulen ansteckend, auch Sirenen oder andere Warntöne können den Hund dazu bewegen, ein Jaulkonzert zu geben. Grund: Für die Vierbeiner klingen die Töne nicht nach Sirenen, sondern einfach nur nach anderem Jaulen. Stichwort: Territorialjaulen. Wer mitjault, der gehört auch zur Gruppe.

Hund winselt: Fühlt er sich alleine?

Es kann jedoch auch sein, dass Ihr Hund jault, weil er Kummer hat. Manche Hunde winseln beispielsweise, sobald Sie aufhören, sie zu "bespaßen", zu füttern oder mit ihnen Gassi zu gehen. Vor allem, wenn Herrchen oder Frauchen weg sind, tendieren viele Vierbeiner dazu, zu winseln.

Grund hierfür ist, dass der Vierbeiner ein soziales Wesen ist, ein Rudeltier. Er hat es nicht gelernt, sich alleine zu beschäftigen. Einige Exemplare leiden auch unter Trennungsangst. Das Jaulen als Reaktion ist dann nicht verwunderlich: Der Hund fordert mit seinem Jammern lautstark Ihre Aufmerksamkeit.

Vor allem Welpen müssen das Alleinsein erst üben und sich beim Heranwachsen daran gewöhnen, dass Sie nicht immer da sind.

Hund jault nachts: Was tun?

Jammert Ihr Liebling im Schlaf, hat er vermutlich gerade einen Albtraum. Wecken sollten Sie ihn nicht, aber Sie können sanft mit ihm sprechen und ihn streicheln, damit er sich beruhigt.

Haben Sie den Hund aus einem Tierheim oder aus zweiter Hand erhalten, kann es sein, dass er jault, weil er seine alte Familie vermisst, oder von den vielen neuen Eindrücken verunsichert ist.

Hört das Winseln gar nicht mehr auf, kann auch eine Angststörung dahinterstecken. In diesem Fall ist der Gang zum Tierpsychologen oder Hundetrainer ratsam.

Hund jault wegen Schmerzen

Das Winseln kann aber auch ein Anzeichen für Schmerzen sein. Jault der Hund normalerweise so gut wie nie, jammert nun jedoch fast ununterbrochen, ist das ein Alarmsignal. Weitere Hinweise, die auf Schmerzen hindeuten können, sind langsame oder vorsichtige Bewegungen, Appetitlosigkeit und möglicherweise Lustlosigkeit.

Gehen Sie in diesem Fall unbedingt mit Ihrem Hund zum Tierarzt, damit dieser nachschauen kann, ob Ihr Liebling zum Beispiel Zahnschmerzen oder Gelenkprobleme hat.

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