Hundeerziehung

Frustration beim Hundetraining gehört dazu

Die Hundeerziehung unterscheidet sich teilweise kaum von der Kindererziehung. Hier wie da muss auch der Umgang mit Frustration, Misserfolgen und Scheitern gelernt werden. Nur so wird die Fähigkeit, neue Lösungswege zu finden und auszuprobieren, trainiert. Allerdings ist irgendwann eine Grenze im Hundetraining erreicht, wo ein Vierbeiner die Lernmotivation verliert, weil er zu oft mit Frust konfrontiert wurde. Wie lässt sich eine Balance finden?
"Och Menno, ich mag nicht mehr weiterlaufen": Frustration erleben und überwinden ist für Hundewelpen eine wichtige Lektion – Shutterstock / CBCK
"Och Menno, ich mag nicht mehr weiterlaufen": Frustration erleben und überwinden ist für Hundewelpen eine wichtige Lektion – Shutterstock / CBCK

Wie auch beim Menschen entsteht Frustration beim Hundetraining, wenn etwas nicht so läuft, wie der Vierbeiner es erwartet hatte. Er wird also enttäuscht, weil ein bestimmtes Bedürfnis nicht befriedigt wurde. Das Gefühl kennt wohl jeder und es ist alles andere als angenehm – gehört aber zum Leben dazu.

Warum Frust beim Hundetraining wichtig ist

Ein Hund, der nicht gelernt hat, mit einem gewissen Maß an Frust umzugehen, erwartet, dass seine Bedürfnisse immer sofort erfüllt werden und dass alles so laufen muss, wie er es möchte. Er verliert schnell seine Selbstbeherrschung und die Geduld, steht permanent unter Strom und ist stets gestresst. Zugegeben, das ist ein Extremfall; aber es zeigt, wie wichtig es für Ihren Hund ist, möglichst früh den Umgang mit Frustration zu lernen. Stellen Sie sich ein Kind vor, das frustriert und weinend schlechte Schulnoten nach Hause bringt. Was ist langfristig wohl hilfreicher: dass die Eltern künftig die Hausaufgaben für ihren Nachwuchs schreiben, damit seine Schulnoten besser werden? Oder, dass sich die Eltern sich mit ihrem enttäuschten Kind hinsetzen und gemeinsam durchgehen, was es nicht verstanden hat und es motivieren nach alternativen Lösungsmöglichkeiten zu suchen?

Genauso ist es auch beim Hundetraining, wenn Ihr Vierbeiner eine Übung nicht auf Anhieb versteht. Dann erlebt er zunächst Frustration, vielleicht sind Sie selbst auch enttäuscht, weil sie sich mehr von Ihrem Haustier erwartet hatten. Wenn Sie daraufhin gleich aufgeben und die Übung weglassen, Ihren Hund trösten, indem Sie ihn streicheln oder ein Leckerli geben, löst sich sein Frust womöglich kurzfristig auf. Doch langfristig lernt er, dass er dafür belohnt wird, wenn er eine Übung bei der kleinsten Schwierigkeit gleich aufgibt beziehungsweise gar nicht versucht, sich um eine Lösung zu bemühen. In der Folge wird es immer schwieriger, ihm überhaupt irgendetwas beizubringen. So sehr es Ihnen also das Herz brechen mag, wenn Ihr kleiner Welpe beim Hundetraining an einer Übung scheitert, bewahren Sie ihn nicht davor, etwas durch Frustration und ihr Überwinden dazuzulernen.

Zu viel Frustration ist aber auch nicht gut

Nun gibt es jedoch auch noch die andere Seite der Medaille: Ein Kind, das ständig nur schlechte Noten mit nach Hause bringt, dafür ausgeschimpft wird und trotz aller Mühe keine Fortschritte macht, verliert irgendwann die Lust, sich anzustrengen. Schnell kann sich das Gefühl, in der Schule beim Lernen ständig zu scheitern, verallgemeinern und es entsteht die Überzeugung, dass ohnehin nichts gelingt und man es deswegen auch gar nicht erst zu versuchen braucht. Das ist die Folge von ständiger Frustration, die so ähnlich auch bei Ihrem Hund entstehen kann, wenn er vom Hundetraining überfordert ist. Vergessen Sie nicht, dass Ihr Vierbeiner "nur" etwa so schlau wie ein dreijähriges Kind ist, und daher auf Ihre Hilfe beim Lernen angewiesen ist.

Statt eine Übung, die Ihrem Hund Schwierigkeiten bereitet, wegzulassen, können Sie sie in kleinere Portionen unterteilen. Gehen Sie im Schwierigkeitsgrad einen Schritt zurück und trainieren Sie mit Ihrem Haustier so lange, bis er den kleineren Schritt sicher beherrscht. Dann können Sie weitergehen. Sollten Sie sich unsicher sein, was Sie Ihrem Vierbeiner beim Hundetraining zumuten können, sodass Sie ihn weder überfordern noch unterfordern, gehen Sie mit ihm in eine gute Hundeschule oder suchen sich einen erfahrenen Hundetrainer.

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