Gesundheit

Tumore und Geschwulste bei Ratten behandeln

Will der Tierarzt Tumore bei Ratten behandeln, ist dies aufgrund des kleinen zarten Körpers der Nager schon eine Herausforderung. Je nach Art der Geschwulste – gutartig oder bösartig – wird entschieden, ob und wie die Therapie ausfällt. Vor allem die Größe der Tumore und die betroffenen Körperstellen spielen eine Rolle.
Tumore treten oft bei Ratten auf und sollten schnellstmöglich behandelt werden – Shutterstock / Kirill Kurashov
Tumore treten oft bei Ratten auf und sollten schnellstmöglich behandelt werden – Shutterstock / Kirill Kurashov

Die gängigste Variante beim Behandeln von Geschwulsten bei Ratten ist wohl das Entfernen des Tumors durch einen chirurgischen Eingriff. Eine solche Operation sollte schnellstmöglich durchgeführt werden: je kleiner der Tumor, desto kleiner auch die Naht. Größere OP-Wunden brauchen länger für den Heilungsprozess. Der kleine Rattenkörper ist ohnehin nicht robust genug, um an ihm riesige "Wunden aufzureißen". Und auch wenn ein Tumor operativ entfernt wurde, kann es sein, dass an der gleichen Körperstelle bald wieder ein neuer wächst.

Tumore bei Ratten: Behandeln möglich?

Handelt es sich um bösartige Tumore, sieht das Ganze leider nicht so gut aus für Ihre Ratte. Der Krebs kann bereits gestreut und Metastasen gebildet haben. Oft bleibt nur noch ein möglichst angenehmer Lebensabend mithilfe von Schmerzmitteln oder das Einschläfern. Eine bösartige Tumorart, bei der das Amputieren betroffener Gliedmaßen die Lösung sein kann, ist das "Osteosarkom". Dabei handelt es sich um Knochenkrebs, der sich unentdeckt aber leider auf sämtliche Knochen im Körper ausbreiten kann. Eine gründliche Untersuchung und Diagnosestellung durch einen Tierarzt ist Grundvoraussetzung. Das Abtasten, aber auch Röntgenbilder und Gewebeproben können Aufschluss geben. Suchen Sie dazu einen Tierarzt auf, der bereits Erfahrungen mit Ratten hat.

Medikamentöse Behandlungen mit Tabletten oder Injektionen sind bei Ratten nicht üblich. Dennoch soll es bereits Mittel geben, die bei hormonbedingten Krebsarten, zum Beispiel Hypophysen- oder Mammatumoren, Positives bewirken. Auch Strahlentherapie ist beim Behandeln von Krebs nicht möglich, da der kleine Rattenkörper dem nicht standhalten würde. Andere Ansätze zumindest zur Vorbeugung gibt es bereits: Die Lebenserwartung soll bei tumorösen Ratten steigen, wenn diese auf Diät gesetzt werden, weil dann das Tumorwachstum verlangsamt werden soll. Es gibt Forschungen darüber, dass Ratten, die mit trübem Apfelsaft gefüttert wurden, bis zu 50% weniger Krebs bekommen. Es wird vermutet, die Inhaltsstoffe im Apfelsaft hemmen die Bildung der Krebszellen.

Wann Geschwulste bei Ratten behandeln?

Gutartige Geschwulste lassen sich oft im Rahmen einer Operation gut entfernen. Vorausgesetzt, der Tumor ist äußerlich gewachsen und nicht schon zu groß. Abszesse beispielsweise am Kiefer werden lediglich aufgeschnitten und der Eiter ausgespült, bevor es von selbst wieder abheilt. Klappt dies nicht, kommt auch hier ein operativer Eingriff infrage. Wie sich nun also erkennen lässt, kommt es wirklich immer auf die Umstände an. Generelle Anhaltspunkte, die für eine Operation sprechen, sind:

  • ● Es handelt sich um eine gutartige, nicht metastasierende Tumorart, die äußerlich sitzt und gut erreichbar ist.
  • ● Ihr rattenerfahrener Tierarzt spricht Ihrer Ratte durchaus gute Heilungschancen zu – oder zumindest eine längere Überlebenschance.
  • ● Das nötige "Kleingeld" für eine Operation ist vorhanden. Solche Eingriffe haben ihren Preis: je komplizierter, desto teurer.
  • ● Ihnen ist bewusst, dass die OP für Ihren Nager mit Risiken verbunden ist. Manche Tiere zum Beispiel wachen aus der Narkose nicht wieder auf.
  • ● Ihre Ratte ist noch recht jung. Bei älteren Tieren ist die Gefahr, nicht mehr aus der Narkose aufzuwachen, größer. Die Lebenserwartung bei Ratten liegt zwischen zwei und drei Jahren – wägen Sie ab, ob es auf ihre letzten Tage angebracht ist, der Ratte noch eine OP zuzumuten.
  • ● Ihr Schützling hatte nicht schon vorher mehrere Operationen. Derartige Erlebnisse sollten im kurzen Rattenleben nicht Überhand nehmen.
  • ● Ihre Ratte ist sonst bei guter Gesundheit und nicht untergewichtig.

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