Stimmt's ...?

Ich bin weg! Stecken Strauße wirklich den Kopf in den Sand?

Es ist ein altes Märchen, was sich zur gesellschaftsfähigen Metapher entwickelt hat: Es droht Gefahr, also steckt der Strauß den Kopf in den Sand, weil er glaubt, nun könne ihn niemand mehr sehen. Seien wir ehrlich, ein klein wenig Intelligenz sollten wir den Riesenvögeln schon zusprechen.
Strauß guckt
Bild: the_builder - Fotolia.com

Strauß steckt den Kopf nicht in den Sand

Diese Mär geht weit zurück, bis ins Altertum. Frei nach der Devise "Ich kann nichts sehen, also bin ich weg" würde der Strauß bei Gefahr den Kopf in den Sand stecken. In der Tat ist der Kopf der Savannenbewohner durch eine bloße Luftspiegelung oft nicht auszumachen, wenn die Riesenvögel in ihrer weitläufigen Umgebung etwas vom Boden heben. Dabei verschwindet der Kopf hinter dem savannentypischen, niedrigen Gras. Droht akute Gefahr für den Nachwuchs, legen sich Strauße flach auf ihr Nest, um es zu tarnen. Auch in diesem Fall sieht es aus weiter Entfernung so aus, als würden sie so handeln, wie es die Metapher ihnen nachsagt.

Eine Metapher, die es bis in die Bundesliga schaffte

Auch wenn sich ein ausgewachsener Strauß selber bedroht fühlt, steckt er nicht den Kopf in den Sand. Sie legen ihr Haupt vielmehr auf den Boden, um sich vor Feinden zu verstecken und um Geräusche besser wahrzunehmen. Was bei einem derart langen Hals vielleicht auch nicht die schlechteste Option ist. Dennoch hat sich die Redewendung in unserer Gesellschaft festgesetzt und wird nicht immer zielsicher gehandhabt, wie Lothar Matthäus mit seinem Ausspruch "Wir dürfen jetzt nur den Sand nicht in den Kopf stecken" eindrucksvoll unter Beweis stellte.

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