Wussten sie schon

Entenküken sind nicht nur süß, sondern auch schlau

Mit ihrem flaumigen Federkleid sind Entenküken einfach zum Verlieben. Doch die niedlichen Vogelbabys sind noch dazu richtig schlau. Wie britische Wissenschaftler in einer Studie herausfanden, können die süßen Piepmätze abstrakt denken.
Entenküken werden beim Schlüpfen auf ihre Mutter geprägt und folgen ihr überall hin – Shutterstock / Shannon Jordan
Entenküken werden beim Schlüpfen auf ihre Mutter geprägt und folgen ihr überall hin – Shutterstock / Shannon Jordan

Die Zoologen Antone Martinho und Alex Kacelnik von der Universität Oxford in England untersuchten die Fähigkeit von Entenküken, ihre Mutter zu erkennen und sich auf sie zu prägen. Bis dahin war nur bekannt, dass die Küken auch auf Menschen, andere Tiere oder Gegenstände geprägt werden können, wenn es sich dabei um das Erste handelt, was sie nach dem Schlüpfen sehen.

Entenküken und die Prägung auf ihre Mutter

Für Entenküken ist es in der freien Natur überlebenswichtig, dass sie in der Nähe ihrer Mutter bleiben und sich an ihr orientieren. Sobald sie schlüpfen, schauen sie sich um und richten sich nach dem ersten Objekt in ihrer Gegenwart, das sich bewegt. In der Natur ist das in der Regel die Entenmutter, aber Entenküken orientieren sich auch an Hunden, Katzen und anderen Tieren, Menschen, Bällen oder Stiefeln, wenn es sich dabei um das erste "Lebewesen" handelt, das sie nach dem Schlüpfen zu Gesicht bekommen. Dieses Phänomen nennt sich Prägung.

Ganz schön schlau: Entenküken können abstrakt denken

Die britischen Forscher nutzten die Prägungsfähigkeit von Entenküken, um ihr abstraktes Denken zu überprüfen. Damit ist ein Denkprozess gemeint, bei dem Lebewesen bestimmte Aspekte einer konkreten Situation herauslösen (abstrahieren) und verallgemeinern, sodass sie ähnliche Aspekte in anderen Situationen wiedererkennen können. Auf diese Weise können sie Gesetzmäßigkeiten begreifen, zum Beispiel das Prinzip von Ursache und Wirkung. Bisher war nur von einigen Tieren bekannt, dass sie diese Denkfähigkeit besitzen, etwa von Pavianen. Doch offenbar sind auch Entenküken so schlau.

Die Wissenschaftler prägten die Entenküken auf zwei Gegenstände, die in Bewegung waren. Dabei handelte es sich zum Beispiel um zwei gleichfarbige Kugeln. Dann ließen sie die Küken in einem Raum umherspazieren, in dem verschiedene Gegenstandspaare von der Decke hingen und sich bewegten. Die Vogelbabys orientierten sich in der Folge ebenfalls an gleichfarbigen Kugeln, aber ignorierten verschiedenfarbige Kugeln. Dabei spielte es keine Rolle, ob die gleichfarbigen Kugeln blau, grün, gelb oder rot waren. Die Küken folgten jedoch auch gleichfarbigen und gleichförmigen Pyramiden oder Würfeln.

Sie hatten offenbar erkannt, dass zwei gleichförmige und gleichfarbige Gegenstände ihre "Mutter" darstellten – auch, wenn es sich nicht um die exakt gleiche Farbe und Form handelte. Die Forscher schlussfolgerten, dass Entenküken in der Natur so schlau sein müssen, dass sie ihre Mutter auch erkennen, wenn diese sich in unterschiedlichen Situationen befindet und ihre Form ändert, beispielsweise beim Fliegen, Schwimmen, Tauchen und Laufen.

Eine Zusammenfassung der Studie können Sie in folgendem Video sehen:

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