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Vorsicht Schwarzzucht: Rassekatzen brauchen Stammbaum

Wenn Sie Rassekatzen kaufen möchten, geben Sie acht vor Anbietern, die Schwarzzucht betreiben. Die Tiere sind meist ohne Stammbaum, sodass ihre Herkunft ungewiss ist. Es drohen dadurch böse Überraschungen wie beispielsweise Erbkrankheiten, die sich erst später zeigen, wenn Ihnen Ihre Fellnase schon ans Herz gewachsen ist.
Rassekatzen nur mit Stammbaum von seriösen Züchtern erwerben – Shutterstock / npetrov
Rassekatzen nur mit Stammbaum von seriösen Züchtern erwerben – Shutterstock / npetrov

Sie möchten sich eine Katze zulegen und überlegen schon, ob Kater oder Katzendame, welche Farbe und welchen Katzennamen das Tier haben soll? Diese Punkte sind eher zweitrangig, wenn es um Rassekatzen geht. Denn in diesem Fall müssen Sie aufpassen, nicht an eine Schwarzzucht zu geraten, die sich um das Wohl der Samtpfoten wenig schert und vor allem auf Profit aus ist. Seriöse Katzenzüchter hingegen bedenken mögliche Erbkrankheiten, vermeiden Inzucht und kennen sich mit Genetik aus – als Beweis dafür dient der Stammbaum der Fellnase.

Wichtig: Stammbaum für Ihre Rassekatze

Einen Stammbaum für eine Rassekatze gibt es nicht nur, um mit ihr anzugeben.  Er gibt Aufschluss über die Elterntiere - manchmal sogar Großeltern - Ihres Kätzchens. Er ist einerseits der Nachweis, dass Ihr Tier wirklich reinrassig ist. Andererseits können Sie anhand des Stammbaums sehen, dass die Eltern und Großeltern Ihrer Samtpfote nicht miteinander verwandt sind und keine Merkmale bekannter Erbkrankheiten aufweisen. Bei einer Fellnase ohne Stammbaum aus Schwarzzucht können Sie also nur mutmaßen, ob Ihnen auch wirklich eine Katze der jeweiligen Rasse ausgehändigt wird – die Optik kann hier nämlich manchmal täuschen. Überdies haben Sie keine Garantie dafür, dass Ihr Stubentiger gesund ist und keiner Inzucht entstammt. Bei seriösen Katzenzüchtern bekommen Sie als weitere Sicherheit noch ein Gesundheitszeugnis zum Stammbaum dazu.

Schwarzzucht bei Rassekatzen: zu Recht in Verruf

Bei Schwarzzucht werden vermeintliche Rassekatzen so schnell wie möglich vermehrt, um einfach und zügig Geld mit ihnen zu verdienen. Häufig wird die Begrenzung von drei Würfen in zwei Jahren erheblich überschritten und eine nicht artgerechte Haltung ist das Ergebnis. Seriöse Züchter hingegen verfügen über Freigehege für die Fellnasen und müssen sich an sämtliche Richtlinien der Zuchtvereine halten.

Eine Katze aus der Schwarzzucht ist ein "Überraschungspaket". Sie kann sogar an einer Erbkrankheit leiden, weil wichtige Untersuchungen der Elterntiere nicht durchgeführt wurden. Es gibt beispielsweise die Krankheiten HCM (Herzerkrankung), PKD (Nierenerkrankung) oder HD (Hüftdysplasie), die von vorbelasteten Elterntieren an ihre Katzenbabys weitervererbt werden können – um nur mal einige zu nennen.

Günstige Preise locken

Unseriöse Züchter bieten ihre Tiere meist zu Dumpingpreisen von 300 bis 350 Euro an. Ein Indiz für Schwarzzucht, denn hier wurde bestimmt am Wohl der Tiere und artgerechter Haltung gespart. Lassen Sie sich nicht vom ersten Blick täuschen: Die Kosten sind nur scheinbar günstiger. Die Katzen werden oft ohne Entwurmung, Impfung und Mikrochip abgegeben. Tiere aus der Schwarzzucht fehlt es meist an wichtigen ärztlichen Untersuchungen, weshalb beim Erwerb eines solchen Tiers kein Gesundheitszeugnis vorgelegt wird.

Aber nicht nur die schon genannten Erbkrankheiten sind das Problem. Wenn ein Stubentiger zu allem Übel noch Parasiten oder Viren mitbringt, verfliegt der Frohsinn über den billigen Kaufpreis recht schnell, da hohe Behandlungskosten beim Tierarzt die Folge sind.

Rassekatzen haben ihren Preis

Viele fragen sich, warum Rassekatzen so kostspielig in der Anschaffung sind. Von den seriösen Züchtern erhalten Sie echte und gesunde Rassekatzen mit Stammbaum. Die Kaufsumme einer reinrassigen Fellnase liegt zwischen 650 und 1500 Euro. Ein absolut fairer Preis: die artgerechte, tierfreundliche Zucht von Rassekatzen ist sehr teuer für die Züchter. Hinzu kommt der zeitliche Aufwand, der nicht unerheblich ist. Oft machen Züchter sogar keinerlei Gewinn, wenn sie beispielsweise selbst Liebhaber sind und es den Tieren an nichts fehlen soll.

Eine richtige Zuchtkatze die als Elterntier fungiert, unterliegt mehreren kostspieligen medizinischen Untersuchungen, um Erbkrankheiten auszuschließen. Weiße Katzen brauchen zudem einen teuren Hörtest, da bei ihnen Taubheit weit verbreitet ist. Nicht zu vergessen sind Futter, Unterbringung und Zubehör, wie Kratzbäume und Katzenspielzeug.

Erwerben Sie keine Kätzchen aus der Schwarzzucht, auch wenn Sie Mitleid empfinden. Durch Ihren Verzicht bewirken Sie in diesem Fall viel mehr: Umso weniger Tiere aus der Schwarzzucht abgenommen werden, desto unwahrscheinlicher ist es, dass unseriöse Züchter sie fortführen. Bei einigen Anbietern, die Schwarzzucht betreiben, geht es sogar in die Richtung von Tierquälerei – wenn auch manchmal aus Unwissenheit. Unterstützen Sie sie daher nicht mit Ihren finanziellen Mitteln.

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