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Ozelot kaufen und zähmen: Keine gute Idee!

Der Ozelot ist zweifellos eine bemerkenswerte und hübsche Wildkatze. Wer einen Ozelot kaufen und zähmen möchte, sollte allerdings schnellstens von diesem Vorhaben abweichen, denn der kommerzielle Handel ist illegal und die Wildkatzen sind privat und nicht artgerecht zu halten. Tierquälerei!
Ozelots leben auf dem amerikanischen Kontinent und haben nichts in europäischer Gefangenschaft zu suchen – Shutterstock / hecke61
Ozelots leben auf dem amerikanischen Kontinent und haben nichts in europäischer Gefangenschaft zu suchen – Shutterstock / hecke61

Ozelots leben auf dem amerikanischen Kontinent zwischen dem Süden der USA und dem Norden Argentiniens. Sie sind Raubtiere (Carnivora) und gehören der Gattung der Pardelkatzen an, in der sie die größte und bekannteste Katzenart bilden.

Ozelot kaufen: Der kommerzielle Handel ist verboten

Ein Ozelot ist eine Wildkatze und gehört in die Regenwald- und Gebirgsregionen des amerikanischen Kontinents. Wer einen Ozelot kauft, macht sich strafbar.

Der Ozelot ist im Anhang I des internationalen Washingtoner Artenschutzabkommen, auch bekannt als CITES ("Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora"), aufgenommen. Dieses reguliert den internationalen Handel mit wild lebenden Tier- und Pflanzenarten und ist eines der bedeutendsten internationalen Naturschutzabkommen.

Arten, die in Anhang I gelistet werden, erfahren den höchsten Schutz. Sie sind vom Aussterben bedroht. Der internationale, kommerzielle Handel mit ihnen ist daher verboten. Eine Ausnahme bildet jedoch beispielsweise der genehmigungspflichtige Handel zum Zweck wissenschaftlicher Untersuchungen.

Ozelot: Die richtige Haltung

Die Haltung eines Ozelots ist in Deutschland grundsätzlich nicht verboten, erfordert allerdings eine Genehmigung und unterliegt sehr strengen Richtlinien. Umfangreiches Wissen über die Gattung, das Verhalten der Tiere sowie ihre Bedürfnisse sind erforderlich.

Zudem dürften die wenigsten privaten Haushalte den artgerechten Anforderungen, die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft für den Lebensraum und die Gewohnheiten des Ozelots nennt, entsprechen. Hierzu zählen unter anderem ein Außengehege von mindestens 50 Quadratmetern und ein Innengehege von mindestens 20 Quadratmetern. Alles, was darunter liegt, würde für den nachtaktiven Einzelgänger Gefangenschaft bedeuten.

Schlimmer Status-Trend: Wildkatzen als Haustiere

Leider werden Wildkatzen trotzdem als Haustiere gehalten. Dabei handelt es sich meist um den fragwürdigen Versuch, über ein Haustier seinen Status zu repräsentieren – die leidtragenden sind in diesen Fällen immer die Wildtiere. Eine Einteilung in Haustier-Kategorien würde auch Ozelots in die Kategorie Status-Haustier einordnen. Hier eine inoffizielle Einordnung:

Gesellschafts-Haustiere: In diese Kategorie fallen "typische Haustiere" wie etwa Hund, Katze, Hamster, Kaninchen oder auch einige Vögel. Es besteht meist eine emotionale Bindung zwischen Tier und Halter.

Hobby-Haustiere: Die Tiere in dieser Kategorie sind schon etwas spezieller und werden im Rahmen eines Hobbys gehalten. Hierzu gehören etwa Amphibien, Reptilien, Insekten und Fische. Es gibt keine oder nur eine geringe emotionale Verbindung zwischen Halter und Tier. Die Haltung erfordert meist besondere Kenntnisse.

Haustiere mit Aufgabe und Nutztiere: Diese Kategorie ist gefüllt mit Haustieren, die eine feste Funktion haben beziehungsweise Aufgaben erfüllen. Die Tiere schützen oder begleiten den Menschen beispielsweise. Vom Blindenhund bis zum Jagdfalken ist alles denkbar. Auch Kühe, Schafe, Schweine, Ziegen und andere Nutztiere gehören dazu.

Status-Tiere: Eine fragwürdige Kategorie, unter die auch Ozelots fallen würden. Die Tiere, etwa Wildkatzen oder andere Wildtiere, sind meist selten, ungewöhnlich, teuer und stellen besondere Ansprüche an die Haltung. Leider werden die Tiere aus dieser Kategorie illegal von Privatleuten gehalten, die damit ihren Status ausdrücken möchten – einer der schlechtesten Beweggründe für die Haltung eines Tieres.

Ozelot-Bestand ist noch nicht sicher

Der Artbestand der Ozelots hat sich in den letzten Jahren einigermaßen erholt, nachdem die außergewöhnliche Katze davor als gefährdet gegolten hat. Dank des sogenannten Washingtoner Artenschutzabkommens stehen die Tiere unter mehr Schutz als zuvor, haben aber immer noch mit vielen Gefahren durch den Menschen zu kämpfen.

In erster Linie sorgt heute die Zerstörung des Lebensraumes für Probleme. Immer wieder fallen Tiere Nahrungsknappheit und Autos zum Opfer. Umso wichtiger ist es, dass sie nicht auch noch in Gefangenschaft genommen und als Haustiere gehalten werden.

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