Hundehaltung

Hund streicheln, aber richtig: So fühlt Ihr Hund sich wohl

Hunde drücken ihre Zuneigung untereinander ganz anders aus als Menschen. Wenn wir einen Hund streicheln wollen und ihn dabei knuddeln, herzen und umarmen, bedeutet das für ihn Stress. Wie Sie beim Kuscheln mit Ihrem Hund alles richtig machen, erfahren Sie hier.
Die junge Frau genießt die Umarmung, der Hund jedoch nicht – Shutterstock / Nina Buday
Die junge Frau genießt die Umarmung, der Hund jedoch nicht – Shutterstock / Nina Buday

Oft sieht man Fotos von glücklichen Menschen, die scheinbar lächelnde Hunde umarmen. Doch der Schein trügt, denn wenn Sie einen Hund streicheln wollen und im Überschwang der Gefühle ihn fest an sich drücken, fühlt er sich gar nicht wohl. Das, was für Menschen, die wenig Erfahrung mit der Hundekommunikation haben, wie Lächeln aussieht, sind meist Beschwichtigungssignale. Und die zeigt ein Hund unter anderem bei Stress, um sich zu beruhigen.

Hund streicheln: Auf die Situation achten

Wenn Sie Ihren Hund streicheln wollen, gehen Sie vorher sicher, dass er auch in Kuschelstimmung ist. Ist er gerade mit etwas anderem beschäftigt, möchte er in der Regel keine Streicheleinheiten. Spielt er mit Ihnen oder Artgenossen, erkundet die Umgebung oder befindet sich in einer ungewohnten Situation, dann will er meist nicht schmusen. Kommt er auf Sie zu, können Sie aber Ihren Hund streicheln, am besten seitlich am Hals oder hinter den Ohren. Wirft sich Ihr Hund vor Sie auf den Rücken, ist das ein Vertrauensbeweis und eine Einladung, ihm den Bauch zu kraulen.

Klapse oder zu rüdes Streicheln empfinden viele Hunde allerdings als unangenehm. Sollte Ihr Vierbeiner sich von Ihnen abwenden, den Kopf wegdrehen, gähnen oder weggehen, sind das Zeichen dafür, dass er (vorerst) genug vom Knuddeln hat. Seien Sie deswegen nicht enttäuscht, Ihr Hund liebt Sie trotzdem und genießt es, Zeit mit Ihnen oder in Ihrer Nähe zu verbringen – auch, wenn er sich gerade nicht bekuscheln lässt. In unserem Ratgeber "So sagen Hunde 'Ich liebe dich': 4 Zeichen" können Sie nachlesen, wie Hunde Ihre Zuneigung bekunden.

Richtig kuscheln: Hunde mögen keine Umarmungen

Wir Menschen zeigen unsere Liebe und Zuneigung gern durch Umarmungen und Küsse. Daher kann es leicht zu dem Trugschluss kommen, dass auch Hunde diese menschlichen Liebesbeweise richtig verstehen und zu schätzen wissen. Während es jedoch für Menschen etwas sehr Schönes ist, ihren Hund oder ihre Lieblingsmenschen ganz fest an sich zu drücken, fühlt ein Hund sich gefangen. Hunde besitzen zwar einen Jagdtrieb und können sich zur Not durch Beißen zur Wehr setzen, doch ihnen wohnt auch ein ausgeprägter Fluchtinstinkt inne. Ihre bevorzugte Reaktion in Angesicht von Gefahren ist die Flucht beziehungsweise der Rückzug. Nur, wenn sie keinen anderen Ausweg sehen, gehen sie zum Angriff über.

Halten Sie Ihren Hund durch eine Umarmung fest, fühlt er sich seiner Fluchtmöglichkeiten beraubt. Manche Hunde können mit einer solchen Situation gut umgehen und dulden den Liebesbeweis ihres Menschen, ohne Zeichen von innerer Unruhe zu offenbaren. Die meisten Vierbeiner werden jedoch mehr oder weniger deutliche Stresssymptome und Beschwichtigungssignale zeigen und versuchen, sich aus der für sie bedrohlichen Sitution zu befreien. Mögliche Anzeichen wachsenden Unwohlseins sind beispielsweise das Abwenden des Kopfes und die Vermeidung von Blickkontakt. Gestresste Hunde legen außerdem ihre Ohren an und reißen die Augen auf, sodass das Weiße in den Augen zu sehen ist. Doch auch geschlossene oder halboffene Augen sind Stresssymptome. Gähnen und Lippenlecken sind weitere Beschwichtigungssignale, mit denen der Hund sich zu beruhigen versucht. Wenn Sie Ihren Hund streicheln, tun Sie ihm also etwas Gutes, wenn Sie ihm die Möglichkeit geben, sich jederzeit zurückziehen zu können, sobald er nicht mehr kuscheln möchte.

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