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    Start » Katze als Freigänger halten: Vorteile und Nachteile
    Katzen

    Katze als Freigänger halten: Vorteile und Nachteile

    By tieradministrator21. April 2019Updated:5. November 2026Keine Kommentare6 Mins Read

    Manchmal ist die Wohnung für Katzen besser als Freigang – Shutterstock / Anna Hoychuk

    Der Katze Freigang gewähren oder nicht? Das ist keine einfache Entscheidung. Denn für die Tiere ist es zwar herrlich, wenn sie frei nach Lust und Laune ihre Umgebung erkunden, Mäuse jagen und andere Abenteuer erleben können. Doch lauern auch einige Gefahren auf sie, vor denen sie in der Wohnung geschützt wären.

    Vorteile für Freigängerkatzen: Auslastung und geschärfte Sinne

    Der größte Vorteil für Katzen, die nach draußen dürfen, ist, dass sie ihrem instinktiven Verhalten auf diese Weise leichter nachgehen können. Katzen lassen sich bei Freigang meist besser auslasten als in der Wohnung. Und sie können ihre Sinne noch besser schärfen, wenn sie draußen auf sich gestellt sind.

    Im Detail genießen freilaufende Katzen folgende Vorteile:

    • weniger Langeweile
    • Jagdinstinkt und Revierverhalten können frei ausgelebt werden
    • natürliches Sozialverhalten kann im Kontakt mit Nachbarskatzen gefördert werden
    • Katzen können ihrer natürlichen Neugier nachgehen
    • durch das Ausleben natürlicher Instinkte schärfen Katzen ihre Sinne
    • weniger Arbeit für den Halter, da Freigängerkatzen sich bei ihren Ausflügen selbst beschäftigen und ihr Geschäft teils draußen erledigen.
    • Manche Katzen kratzen seltener an Möbeln, Tapeten, Türrahmen und Teppichen, wenn sie nach draußen dürfen
    • Übergewicht wird leichter vermieden, da Katzen sich draußen mehr bewegen können als in der Wohnung

    Kurz gesagt, lässt sich eine artgerechte Haltung von Katzen mit Freigang leichter bewerkstelligen. Doch ungesicherter Freigang kann für die Tiere auch gefährlich werden. Warum? Das erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

    Nachteile für Freigängerkatzen: Unfälle, Kämpfe und Krankheiten

    Die größte Gefahr für Katzen, die als Freigänger gehalten werden, sind Unfälle. Insbesondere Autounfälle kommen immer wieder vor. Dafür müssen Sie nicht zwingend an einer viel befahrenen Straße wohnen – auch in ruhigeren Gegenden können Katzen versehentlich vor ein Auto laufen.

    Unfälle können ebenfalls passieren, wenn Katzen bei ihren Streifzügen auf Bahngleise geraten. Trägt ihre Freigängerkatze ein Halsband, kann sie außerdem damit hängenbleiben, sich schwer verletzen oder schlimmstenfalls versehentlich strangulieren.

    Darüber hinaus geraten vor allem unkastrierte Kater im Freien immer wieder in teils blutige Revierkämpfe. Doch auch kastrierte Katzen sind vor Revierstreitigkeiten nicht ganz gefeit. In gefährliche Kämpfe geraten können Katzen auch mit Nachbarshunden, die einen ausgeprägten Jagdinstinkt haben, oder mit Wildtieren wie Füchsen oder Mardern.

    Weitere Nachteile des ungesicherten Freigangs für Katzen sind:

    • Parasiten wie Zecken, Flöhe und Würmer lauern auf geeignete Wirte
    • Krankheiten wie FIP, FIV, Katzenschnupfen, Hautpilz, Katzenleukose (FeLV) können von Artgenosse zu Artgenosse übertragen werden
    • Giftpflanzen oder andere Giftstoffe können versehentlich verzehrt werden
    • Katzenhasser können den Tieren Schaden zufügen
    • Katze wird versehentlich in Keller, Gartenlaube oder Garage eingesperrt und kann sich nicht mehr von selbst befreien
    • Katze gefällt es bei den Nachbarn besser und sucht sich ein neues Zuhause
    • Katze läuft vor Schreck oder aus Unerfahrenheit zu weit weg und findet nicht mehr zurück
    • Diebstahl von Katzen kommt selten vor, ist aber nicht auszuschließen

    Wie alt werden Katzen als Freigänger im Durchschnitt?

    Aufgrund der zahlreichen Gefahren, denen Katzen bei ungesichertem Freigang ausgesetzt sind, ist ihre Lebenserwartung niedriger als bei reinen Wohnungskatzen. Letztere können im Durchschnitt 14 bis 15 Jahre, in manchen Fällen sogar 20 Jahre und älter werden.

    Das Durchschnittsalter von Katzen, die als Freigänger gehalten werden, liegt rund 3 bis 5 Jahre darunter, also bei 9 bis 12 Jahren.

    Checkliste vor dem Freigang für Katzen

    Sie haben sich für den Freigang entschieden? Dann sollten Sie einige Dinge beachten, um die Nachteile für Ihre Katze weitestgehend einzuschränken:

    • Ist die Katze ausreichend geimpft (beispielsweise gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche, Leukose oder Tollwut)?
    • Ist Ihr Tier kastriert? So vermeiden Sie unerwünschten Nachwuchs, reduzieren Revierkämpfe und Ihre Katze läuft nicht so weit weg
    • Haben Sie Ihr Haustier markiert (am besten mit einem Chip) und registriert?
    • Ist die Wohnlage sicher? Befindet sich etwa eine Schnellstraße in der Nähe, lauern hier Gefahren.
    • Hat sich die Samtpfote an Ihr Haus gewöhnt? Generell sollte sie sich mindestens 4 bis 6 Wochen in Ihrem Zuhause einleben, bevor sie nach draußen gehen kann.
    • Lässt sich eine Katzenklappe einbauen? Vor allem im Winter sollte die Möglichkeit bestehen, jederzeit schnell wieder ins Warme zu kommen.

    Außerdem sollten Sie Ihre Katze nach ihren Ausflügen auf Zecken und andere Parasiten kontrollieren und regelmäßig zum Check-up beim Tierarzt vorbeischauen. Eine gelegentliche Wurmkur kann in Absprache mit dem Tierarzt ebenfalls sinnvoll sein.

    Manchmal ist die Wohnung für Katzen besser als Freigang – Shutterstock / Anna Hoychuk

    Wann ist von Freigang für Katzen abzuraten?

    Für manche Samtpfoten ist die Wohnungshaltung grundsätzlich empfehlenswerter als Freigang. Fellnasen mit chronischen Krankheiten oder Allergien etwa lassen sich drinnen besser pflegen.

    In der Wohnung lässt sich eine spezielle Ernährung oder regelmäßige Medikamentengabe leichter umsetzen. Auch Katzen mit Handycap, denen zum Beispiel ein Bein amputiert werden musste oder die erblindet sind, können zu Hause besser umsorgt werden.

    Bei akuten Beschwerden kann zumindest vorübergehender Hausarrest ratsam sein. Für die Dauer der Behandlung sollte Ihre Katze in den eigenen vier Wänden oder zumindest in der Nähe bleiben.

    Kein Freigang bei gefährlicher Umgebung?

    Manche Wohngegenden stellen für Katzen beim Freigang eine so große Gefahr dar, dass sich eine Wohnungshaltung empfiehlt. Dazu gehören beispielsweise vielbefahrene Straßen oder gar Autobahnen in unmittelbarer Nähe, ebenso ungeschützte Bahnübergänge.

    Stellen Sie des Weiteren sicher, dass Ihre Nachbarn nichts gegen freilaufende Katzen haben, die in ihren Gärten herumstromern. Haben Sie den Eindruck, dass der eine oder andere Nachbar sehr ungehalten bei der Erwähnung Ihrer Katze reagiert, sollten Sie ebenfalls eine Wohnungshaltung in Betracht ziehen.

    Manchmal ist die Wohnung für Katzen besser als Freigang – Shutterstock / Anna Hoychuk

    Kompromiss: Gesicherter Freigang

    Damit Ihre Miez trotz Krankheit, Handycap oder gefährlicher Wohnlage Frischluft und Sonnenschein draußen genießen kann, ist ein gesicherter Freigang ein guter Kompromiss. Hierfür muss der Garten ausbruchsicher eingezäunt werden.

    Auch ein schönes Außengehege mit Kratzbaum, Kletter- und Spielmöglichkeiten ist für Stubentiger eine tolle Abwechslung. Einige Samtpfoten lassen sich überdies an ein Katzengeschirr und Spaziergängen an der Leine gewöhnen.

    Brauchen Katzen überhaupt Freigang, um glücklich zu sein?

    Viele Katzenhalter, die Ihre Katze draußen frei umherlaufen lassen, argumentieren, dass sich nur so eine artgerechte Haltung gestalten ließe. Katzen bräuchten den ungesicherten Freigang, um glücklich zu sein. Das ist allerdings so nicht richtig.

    Können Katzen auch innerhalb der Wohnung ihrem Sozialverhalten, Revierverhalten, Jagdinstinkt und ihrer Neugier nachgehen, sind sie dort genauso glücklich wie mit ungesichertem Freigang. Dabei helfen die folgenden Einrichtungsgegenstände und Maßnahmen:

    • Regelmäßiges Spielen mit dem Menschen, vor allem Jagdspiele
    • Intelligenzspiele und Futterspiele, etwa mit dem Fummelbrett
    • Abwechslung bei Spielen und Spielzeug
    • Kratzbäume und Kletterwände
    • Erhöhte Plätze
    • Fensterplätze als Ausguck
    • Katzenfreundliche Pflanzen, etwa Katzengras oder Katzenminze
    • Ein Artgenosse zum gemeinsamen Spielen, Putzen, Kuscheln und anderen sozialen Interaktionen
    • Wenn möglich: Balkon mit Katzennetz absichern und katzengerecht einrichten

    Widmen Sie Ihrer Mieze Zeit, Aufmerksamkeit und Liebe, spielt es keine Rolle, ob sie Ja oder Nein zum Thema Freigang sagen. Für ein glückliches Katzenleben haben Sie dann nämlich schon gesorgt.

    Diese Themen zur Katzenhaltung könnten Sie auch interessieren:

    Freigängerkatzen und Nachbarschaftsrecht: Was ist erlaubt?

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