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    Start » Felines Cushing-Syndrom: Seltene Katzenkrankheit
    Gesundheit

    Felines Cushing-Syndrom: Seltene Katzenkrankheit

    By tieradministrator8. Oktober 2016Updated:6. November 2026Keine Kommentare4 Mins Read

    Das Cushing-Syndrom ist lebensbedrohlich – deshalb sollte auch jeder Katzenbesitzer zumindest schon einmal davon gehört haben. Denn wird diese Erkrankung zu spät oder gar nicht entdeckt, kann das Leben Ihrer Katze von jetzt auf gleich vorbei sein. Und so einen herben Schlag wünscht man wohl keinem Katzenhalter und auch keiner Katze.

    Was ist das Cushing-Syndrom und wie kommt es dazu?

    Ein Felines Cushing-Syndrom, auch Morbus Cushing genannt, ist eine hormonelle Erkrankung, bei der dauerhaft zu viel Cortisol im Körper vorhanden ist. Die Erkrankung tritt typischerweise eher bei Katzenweibchen als bei Katern und vor allem bei älteren Tieren auf. Sie entwickelt sich oft schleichend über mehrere Jahre. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie es dazu kommen kann:

    ● Hypophysentumor: Cortisol wird von der Nebenniere produziert. Zuständig für die Regulierung dieser Produktion ist die Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Sie steuert die Cortisolproduktion, indem sie das Hormon ACTH (adrenocorticotropes Hormon) quasi als Befehl für die Nebenniere in die Blutbahn ausschüttet. Ist die Hypophyse nun durch einen Tumor gestört und schüttet zu viel ACTH aus, kommt es zur Überproduktion des Cortisols in der Nebenniere. Dabei handelt es sich um sogenanntes Hypophysäres Cushing-Syndrom, das bei 80 bis 90 Prozent der erkrankten Katzen der Fall ist.
    ● Nebennierentumor: Des Weiteren kann ein Tumor in der Nebenniere zu einer Störung in der Nebennierenrinde führen: Cortisol wird übermäßig produziert. Als Adrenales Cushing bezeichnet, kommt es mit 10 bis 20 Prozent aber viel seltener vor und hat nichts mit der Hypophyse als Steuerorgan zu tun.
    ● ACTH-ausschüttende Tumore: Es kommt zwar äußerst selten vor, aber es gibt noch weitere Tumore, die nicht an der Hypophyse oder an der Nebenniere sitzen und dennoch ein sogenanntes Ektopes Cushing-Syndrom auslösen können. Ein Bronchialkarzinom zum Beispiel kann ACTH ausschütten und so für eine Überproduktion von Cortisol in den Nebennieren sorgen.
    ● Cortison-Behandlung: Ebenfalls ein Cushing-Syndrom bei Katzen, aber anderer Ursache, ist das Iatrogene Cushing: hier ist die Erkrankung nicht bedingt durch Störungen innerhalb des Körpers, sondern durch die Cortison-Zufuhr über einen längeren Zeitraum, zum Beispiel während einer Therapie. Das Cushing-Syndrom, ausgelöst durch künstliches Cortison, ist in den meisten Fällen aber heilbar.

    Felines Cushing-Syndrom: Symptome

    Das Cushing-Syndrom ist äußerst schwierig zu diagnostizieren, da die meisten Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können. Deutliche Anzeichen machen sich im Fress- und Trinkverhalten einer erkrankten Katze bemerkbar. Es kommt zur übermäßigen Wasseraufnahme, womit auch häufiges Wasserlassen einhergeht. Dies fällt vor allem durch die plötzlich auftretende Unsauberkeit auf, wenn Ihre Katze es vermehrt nicht mehr zur Toilette schafft. Auch der ständige Drang nach Fressen ist auffällig und mit der Zeit nimmt eine Katze mit Cushing-Syndrom an Rumpf und Bauch zu, sodass ein richtiger Hängebauch entsteht.

    Da die Muskulatur zurückgeht, sollte Cushing irgendwann bei einer Katze auffallen, weil der dicke Bauch und die dünner werdenden Gliedmaßen den Katzenkörper seltsam erscheinen lassen und das Tier zudem an Kraft verliert. Die Haut der erkrankten Katze wird trocken, rissig und weist oft Pigmentveränderungen auf, wie dunkle Flecken. Wunden heilen schlecht und die Anfälligkeit für Hautinfektionen steigt. Haarausfall ist eine weitere Begleiterscheinung des Cushing-Syndroms. Dem einen oder anderen Katzenhalter wird auch auffallen, dass sich die Paarungsbereitschaft (Rolligkeit) der Katze verzögert oder gar nicht erst auftritt. Mit weiterem Verlauf der Krankheit wird das Immunsystem der Katze geschwächt, was sie für sämtliche Infektionen anfälliger macht. Auch kann es zu Folgeerkrankungen kommen, da der permanente Hormonüberschub für den gesamten Körper nicht gut ist, wie Diabetes mellitus, Osteoporose oder Schädigungen an Nieren und Leber.

    Cushing behandeln: Welche Möglichkeiten gibt es?

    In manchen Fällen kommt ein chirurgischer Eingriff infrage, so können beispielsweise unter Umständen Tumore an Nebennieren entfernt werden, die für das Cushing-Syndrom verantwortlich sind. Dabei wird aber immer nach Einzelfall und Zustand der Katze entschieden. Eine wichtige Rolle spielen das Alter und der derzeitige Gesundheitszustand des Tieres. Da eine Operation mit vielen Risiken behaftet ist und Tumore selten wirklich gut erreichbar sind, werden erkrankte Katzen eher mit Medikamenten behandelt. Diese sollen die Ausschüttung des Cortisol-Hormons im Körper runterregeln.

    Das hat zum Ziel, die Lebenserwartung der Katze zu erhöhen, was aber leider selten ohne starke Nebenwirkungen klappt. Außerdem ist abzuwägen, ob andere Erkrankungen vorliegen, die durch die Medikamenteneinnahme begünstigt werden könnten. Ist Ihre Katze vom Cushing-Syndrom betroffen, kommt gegebenenfalls auch eine Strahlentherapie infrage – darauf spezialisierte Kliniken bieten eine solche Alternative.

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