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    Start » Der richtige Riecher: Geruchssinn beim Hund
    Hunde

    Der richtige Riecher: Geruchssinn beim Hund

    By tieradministrator19. August 2017Updated:6. November 2026Keine Kommentare3 Mins Read

    Für Menschen spielt der Geruchssinn nur eine untergeordnete Rolle, viel stärker nehmen sie Eindrücke über die Augen und Ohren wahr. Der Verstand interpretiert diese Sinneswahrnehmungen anschließend und fügt sie in einen Zusammenhang ein. Der Hund aber ist ein „Makrosmat“ – der Begriff kommt aus dem Griechischen und lässt sich mit „Großriecher“ übersetzen. Die meisten Eindrücke von seiner Umwelt sammelt ein Hund über die Nase.

    Geruchssinn von Hund und Mensch: Unterschiede

    Menschen besitzen etwa fünf Millionen Riechzellen in ihrer Nase, während ein Hund im Durchschnitt über 125 bis 220 Millionen Riechzellen verfügt. Die Anzahl ist allerdings von der Hunderasse abhängig. Ein Deutscher Schäferhund liegt am oberen, ein Mops am unteren Ende der Skala. Das liegt daran, dass die Nasengröße und Nasenform bei den verschiedenen Hunderassen stark variiert. Trotzdem ist der Geruchssinn bei Hunden grundsätzlich sehr viel besser und feiner als der menschliche Geruchssinn.

    Die Riechschleimhaut beim Hund ist mit rund 150 Quadratzentimetern viel größer als die des Menschen, der sich mit fünf Quadratzentimetern Riechschleimhaut begnügen muss. Das entspricht in etwa dem Größenunterschied zwischen einem DIN-A4-Blatt und einer Briefmarke. Die Hundenase ist im Inneren zudem noch komplexer aufgebaut als die Menschennase, sodass die Vierbeiner Gerüche viel differenzierter wahrnehmen können als ihr Herrchen oder ihr Frauchen. Kocht der Mensch beispielsweise eine Tomatensuppe, riecht er das Gericht nur in seiner Gesamtheit. Ein Hund kann hingegen einzelne Gewürze und die kleinsten Zutaten herausriechen. Das liegt daran, dass Hunde schneller atmen können als Menschen und gleichzeitig Gerüche in ihrer Nase „speichern“, um sie genau zu untersuchen. Hunde können außerdem ihre Nasenlöcher unabhängig voneinander bewegen und so bestimmen, aus welcher Richtung ein Geruch kommt.

    Können Hunde Krankheiten und Emotionen riechen?

    Oft wird Tieren nachgesagt, sie hätten eine Art sechsten Sinn, mit dem sie Ereignisse vorausahnen und Empfindungen von Menschen erfühlen können. Dabei liegt es nur an ihrem feinen Geruchssinn, wenn Hunde dazu fähig sind, die Stimmung ihres Halters zu bemerken oder sogar Krankheiten und Anfälle „vorauszusehen“. Anscheinend riechen Menschen anders, wenn sie Krebs haben, ein epileptischer Anfall droht oder der Blutzuckerspiegel von Diabetikern zu hoch oder zu niedrig ist. In diversen Studien soll die Trefferquote von Hunden bei mehr als 90 Prozent gelegen haben, wenn es darum ging, bestimmte Krebsarten zu erriechen.

    Emotionen setzen biochemische Prozesse im Körper frei, sodass sich der Geruch dabei verändert. Menschen bemerken dies nicht, doch ein Hund bekommt es mit. Es stimmt also, dass Hunde Angst riechen können. Sie riechen jedoch auch, wenn Sie traurig, bedrückt, fröhlich, unruhig oder gelassen sind.

    Spürhunde bei der Arbeit

    Den differenzierten, feinen Geruchssinn von Hunden machen sich Polizisten, Rettungskräfte, Jäger und Gourmets zunutze. Die Hundenase ist sehr lernfähig und so können Sie einen Hund darauf trainieren, auf bestimmte Gerüche zu reagieren. Manche Hunde erschnüffeln Sprengstoff oder Rauschgift, andere können riechen, ob sich unter Trümmern nach einer Katastrophe noch Menschen befinden. Wieder andere Spürhunde sind besonders gut darin, Fährten aufzunehmen und zu verfolgen. Und dann gibt es noch die Trüffelhunde, die die seltenen Pilze im Boden entdecken. Der Vorteil gegenüber Trüffelschweinen ist, dass Hunde die kostbare Gourmetzutat nicht beschädigen oder selbst verzehren.

    Was, wenn der Geruchssinn beim Hund verlorengeht?

    Wenn ein Mensch seinen Geruchssinn verliert, ist das ganz sicher keine erfreuliche Erfahrung. Dennoch kann er diesen Zustand am Ende ertragen. Ganz anders beim Vierbeiner. Verliert ein Hund seinen Geruchssinn, zieht das einschneidende Wesensveränderungen zum Schlechten nach sich. Sein gewohnter Charakter ist immer schwerer zu erkennen, das Tier verliert mehr und mehr das Interesse an seiner Umwelt und wird apathisch.

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