Tierschutz

Turmspringende Schweine in China: Tierquälerei?

Schweine üben sich im Turmspringen: Was auf den ersten Blick vielleicht lustig aussieht, mutet auf den zweiten eher wie Tierquälerei an. Ein Schweinezüchter aus China schwört auf diesen zweifelhaften "Sport" für die Borstentiere. Das Turmspringen ist Teil seines Geschäftsmodelles: Das Fleisch würde dadurch schmackhafter und ließe sich teurer verkaufen. Tierschützer sind empört.

In dem chinesischen Dorf Guanshan springen Schweine von einem drei Meter hohen Sprungturm ins Wasser. Scheinbar freiwillig stürzen sich die rosa Borstenviecher ins kühle Nass – aber sehen so glückliche Schweine aus? Nach Aussage von Landwirt Huang Demin würde diese ungewöhnliche Maßnahme zumindest das Immunsystem der Zuchttiere stärken und deren Fleisch schmackhafter machen, berichtet die "Welt". Und das wirke sich natürlich auch auf den Verkaufspreis aus: Bis zu dreimal so viel verlangt er für dieses Fleisch.

Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzverein sieht das Turmspringen sehr viel kritischer als der Kommentator des Videos: "Wäre das in Deutschland, würden wir sofort das Veterinäramt anrufen", zitiert ihn die "WirtschaftsWoche". Handelt es sich also um einen Fall von Tierquälerei? Immerhin: Die Tiere brauchen ausreichend Bewegung. In der deutschen Schweinezucht ist es sogar gesetzlich vorgeschrieben, für ausreichend Beschäftigung zu sorgen. Auf die Idee, die Tiere zum Tierspringen zu zwingen, würde hierzulande aber wohl niemand kommen. Der Sprung in die Tiefe, zumal unter dem Druck der nachdrängenden Artgenossen, bedeutet vor allem Stress für die Schweine. Den geschmackssteigernden Effekt bezweifeln Experten obendrein.

 

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