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    Start » Sind dreifarbige Fellnasen wirklich Glückskatzen?
    Katzen

    Sind dreifarbige Fellnasen wirklich Glückskatzen?

    By tieradministrator7. Oktober 2020Updated:6. November 2026Keine Kommentare4 Mins Read

    Fakt ist: Glückskatzen sind selten. Dass drei verschiedene Farben im Fell einer Katze vertreten sind, ist eine Laune der Natur, die sich nur vereinzelt zeigt. Dabei sind an einigen Stellen im Fell die Gene für rote Fellfarbe und an anderen Stellen die Gene für schwarze Fellfarbe aktiv.

    Auf diese Weise entsteht zunächst das sogenannte Schildpattmuster, das wie ein Mosaik aus den Farben Rot und Schwarz aussieht. Eine weitere genetische Besonderheit bringt bei manchen Katzen zusätzlich eine Scheckung, also weißes Fell, ins Spiel, sodass ihr Pelz dreifarbig ist.

    Bedeutung: Mythen rund um dreifarbige Katzen

    Da dreifarbige Katzen so selten sind, galten sie schon früh als Glücksbringer, ähnlich wie vierblättrige Kleeblätter. Schließlich braucht ihr bereits Glück, um eine solche bunte Mieze zu finden. Im Mittelalter waren die Menschen überzeugt, dass die Glückskatzen das Feuer vom eigenen Haus fernhalten. Japanische Seefahrer nahmen früher gern eine dreifarbige Katze mit auf ihr Schiff, um Unglück abzuwenden.

    Aus Japan kommen auch ursprünglich die Figuren der winkenden Glückskatzen mit dreifarbigem Fell – auf Japanisch Maneki Neko genannt. Der Legende nach hat einmal eine solche Fellnase eine Geisha vor einem tödlichen Schlangenbiss gerettet.

    Einer anderen Geschichte zufolge kamen feindlich gesinnte, bewaffnete Samurai zu einem Tempel und sahen dort eine kleine Katze mit dreifarbigem Fell sitzen, die sich hinter dem Ohr putzte. Es sah so aus, als würde sie ihnen freundlich zuwinken, sodass sie den Tempel in friedlicher Absicht betraten. 

    Andere Mythen ranken sich darum, dass Glückskatzen unverhofft für Reichtum bei armen Menschen gesorgt haben, die immer gut zu den Fellnasen waren. Einen echten Beleg für die glücksbringenden Eigenschaften von dreifarbigen Katzen gibt es aber nicht.

    Das Besondere an Glückskatzen: Eine Laune der Genetik

    Die Fellfarbe einer Katze wird durch ein Gen bestimmt, das auf dem X-Chromosom sitzt. Kater besitzen normalerweise nur ein X-Chromosom, sodass sie in der Regel nur rotes oder schwarzes Fell haben können. Glückskatzen sind also fast immer weiblich, da Katzendamen über zwei X-Chromosomen verfügen.

    Dass nicht alle weiblichen Samtpfoten schwarzes und rotes Fell haben, liegt daran, dass meistens ein Gen für die Fellfarbe außer Kraft gesetzt wird, während das Katzenbaby noch als Embryo im Bauch seiner Mutter heranwächst. Daraufhin dominiert nach der Geburt entweder das Gen für die schwarze oder die rote Fellfarbe. Hinzu kommt dann meist noch eine andere Farbe wie Weiß oder ein Braunton.

    Eine dreifarbige Katze entsteht, wenn beide Gene (für Rot und Schwarz) an jeweils verschiedenen Stellen dominieren und durch eine bestimmte Genmutation noch eine Scheckung dazukommt, also weiße Stellen im Fell. Die Scheckung ist allerdings geschlechtsunabhängig, sodass auch Kater sie aufweisen können.

    Die Farben der Glückskatzen können auch verdünnt auftreten, sodass cremefarbenes und blaues Fell dabei herauskommen. Darüber hinaus sind Tabby-Zeichnungen im bunten Fell möglich, also Streifen, Tupfen oder ein gestromertes Muster.

    Dreifarbige Kater sind besonders selten

    Dreifarbige männliche Katzen sind noch deutlich seltener als weibliche Glückskatzen. Sie besitzen dann neben ihren XY-Chromosomen noch ein zweites X-Chromosom. Aufgrund dieser genetischen Anomalie sind sie jedoch unfruchtbar.

    Von der Rasse ist die dreifarbige Fellfärbung übrigens nicht abhängig. So können neben Hauskatzen auch Rassekatzen wie Perser oder Maine Coon Kitten bekommen, die sich als kleine Glückskätzchen herausstellen. Gezielt züchten lassen sich dreifarbige Katzen ebenfalls nicht, denn die spezielle genetische Eigenheit lässt sich nicht absichtlich nachstellen oder herbeiführen.

    Der Charakter: Sind dreifarbige Katzen hier ebenfalls “anders”?

    Der Glaube, dass mit bestimmten Fellfarben auch immer bestimmte Charaktereigenschaften von Katzen verbunden sind, hält sich hartnäckig. So sollen weiße Katzen besonders ruhig und anhänglich sein. Schwarzen Katzen wiederum wird ein misstrauischer und wilder Charakter zugeschrieben, wohingegen rote Katzen besonders neugierig sein sollen.

    Kein Wunder also, dass Glückskatzen mit ihrem dreifarbigen Fell ein besonders spezieller Charakter zugeschrieben wird. So gibt es immer wieder Berichte, die hübschen Fellnasen seien besonders eigensinnig und hitzköpfig. Auch eine auffallende Unabhängigkeit wird den vierbeinigen Glücksbringern oft zugeschrieben. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Berichte darüber, dass dreifarbige Katzen besonders geduldig, ausgeglichen und kontaktfreudig sein sollen. 

    Fest steht: Die wissenschaftliche Beweislage für einen direkten Einfluss der Fellfärbung auf den Charakter einer Katze ist überaus dürftig. Wahrscheinlicher ist hier tatsächlich, dass eure Fellnase einfach – wie jede Katze – ihren ganz eigenen Kopf hat. Und das unabhängig von ihrer Färbung.

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